Eine neue Bewegung - Kinect für die Xbox 360 getestet

Kinect

Was Sony bei seiner Playstation mit dem EyeToy versucht hat, Nintendo wohl dazu gebracht hat, bei Handcontrollern zu bleiben, scheint Microsoft mit Kinect gelungen zu sein. Ich hatte vor Beginn der gamescom die Möglichkeit, Kinect zu testen.

Wer jetzt nicht weiß, um was es sich bei Kinect handelt, dem sei nur kurz und knapp gesagt: Es ist mehr oder weniger eine Kamera, die, an eine XBox 360 angeschlossen, die Bewegungen des Spielers oder der Spieler wahrnimmt und auf die Charaktere der Spiele überträgt.

Nach dem ich schon einige Videos von Präsentationen von „Project Natal“ – so der frühere Name – gesehen habe, habe ich mich gefragt, wie genau dieses System sein kann. Uneinheitliche Kleidung, zu viel Bewegung im Hintergrund, dunkles oder ungleichmäßiges Licht, kann einem optischen Empfänger ganz schön Arbeit machen. Das hat mir schon Sony’s EyeToy gezeigt. Meist wurden nur die Hände wahrgenommen und die Bewegungen waren ruckelig und beschwerlich.

Trotz des schlechten, Wetters wurde ein 50-Zoll-TV samt XBox 360 und Kinect, auf dem obersten Parkdeck der Galeria Kaufhof in Köln, aufgebaut. Nach den Hostessen, die für die gamescom vorbereitet wurden, war ich auch schon einer der ersten Spieler, die ein Spiel testen durften. Weil man sich nicht entscheiden konnte, was man spielen will – es könnte daran gelegen haben, dass niemand wusste, was es für Spiele gibt – wurde uns dann „Dance Central” vorgeführt.

XBox Funky Time

Nachdem wir es schafften nicht zu „Pokerface“ tanzen zu müssen, ließ ich – alleine gelassen – zu „Funky time“ meine Hüften kreisen. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn Kinect registriert 24 kritische Punkte des Körpers, die es dem System erlauben, auch das Hin- und Herschwingen der Hüfte zu erkennen. Die Fernsehkamera von center.tv machte es nicht gerade angenehmer, aber im Nachhinein, war das Tanzspiel wohl prädestiniert dafür zu zeigen, was das Auge der XBox 360 so alles kann.

Ich war sehr skeptisch, ob die Bewegungen alle korrekt und zeitnah erkannt und umgesetzt werden, doch diese Skepsis verflog bald. Das System schien mir noch im Beta Stadium zu sein, wie man an Kryptischen Schriftzeigen oder Platzhaltern sehen konnte, aber Umsetzung lief ziemlich flüssig.
Man konnte nicht einfach mit irgendeinem Arm wedeln oder rumhüpfen. Jeder Arm und jedes Bein wurde getrennt voneinander umgesetzt und gewertet. Sogar nach Drehungen auf der Stelle.

Kinect Adventures

Man merkt kinect bei den ersten gezeigten Spielen „Kinect Adventures“ usw. an, dass es auf das Wohnzimmer-Party-Publikum zielt, aber genau das wurde gut umgesetzt. Während eines Spiels zu zweit ist es einem Spieler möglich, das Level – in diesem Fall eine Raftingtour – zu verlassen und später wieder einzusteigen. In der Zwischenzeit fährt der zweite Spieler alleine weiter.
Und genau dieses Wechseln und frühere Controller weitergeben, auf einer Party, wo ein Kommen und gehen herrscht, ist nun möglich. Ganz ohne das Spiel zu pausieren und warten zu müssen.

Kinect für die XBox 360 ist auf jeden Fall partytauglich und die Spiele machen echt Spaß. Gerne hätte ich noch Sportspiele gesehen wie Tai Chi, aber eventuell habe ich da später nochmal die Möglichkeit zu. Bleibt nur abzuwarten, wie der Konkurrent Sony mit seinem Move Controler mitziehen will. Denn hier schwenkt man eine Art leuchtende Eiskugel in der Waffel herum.