Google mischt mit. Shop-Betreiber greifen künftig tiefer in die Tasche…

Mit elementaren Neuerungen in der Google-Produktsuche sorgt der Suchmaschinengigant künftig für einen ausschlaggebenden Wandel im E-Commerce Bereich. Online-Shop-Betreiber werden einmal mehr zur Kasse gebeten, wenn es heißt Abschied nehmen von dem bisher kostenfreien Service Google Product Search. Dieser bescherte in der Vergangenheit den Online-Shops kostenlosen Traffic von Google. Stattdessen weicht dieses Modell nun den sogenannten Product Listing Ads, welche im Grunde nichts anderes als auf Produkte zugeschnittene Google-Adwords sind.
Dieser Service ist jedoch keine Innovation in der Google Welt, sondern konnte schon seit längerer Zeit für das Google-Ranking gebucht werden. Auf diese Weise werden neben den herkömmlichen Suchergebnissen Produkte samt Preis und Anbieter auf der rechten Seite der Suchergebnisliste dargestellt.
Für Shop-Betreiber heißt das unterm Strich: mehr Ausgaben. Besonders kritisch zeigt sich dies, wenn beim Online-Marketing für einen Shop bereits stark auf die Google-Produktsuche gesetzt wurde. Einem Artikel von Amazon Strategies zufolge sind es sogar schätzungsweise 270 Mio. US-Dollar, die Internet-Händler künftig zusätzlich zahlen müssten, um den nun kostenpflichtigen Traffic über Google aufrecht zu erhalten.
Während die Testphase in den USA bis Oktober abgeschlossen sein soll, dürfen u.a. Online-Händler in Deutschland noch bis voraussichtlich 2013 weiterhin die kostenfreie Produktsuche genießen. Gleichzeitig laufen die Vorbereitungen zum hauseigenen Shop-Gütesiegel, welches sich ebenfalls in der Beta-Version befindet, aber schon auf ausgesuchten US-Shops zu sehen ist.
Mit dem Google Trusted Stores-Siegel will das Unternehmen in naher Zukunft Internet-Händler zertifizieren, indem sie die Betreiber das Logo in ihre Shops einbinden lassen. Dabei wird eine Auswahl von wichtigen Kriterien getroffen, über welche das Siegel dann Auskunft gibt. So wird sich der Kunde via Siegel u.a. Informationen über die durchschnittliche Lieferzeit, die Beschwerdeabwicklung, Pünktlichkeit usw. beschaffen können. Darüber hinaus fasst Google dann eine Gesamtnote für den jeweiligen Shop zusammen und verspricht dem Käufer mit einer Höchstsumme von 1.000 US-Dollar pro Bestellung zu haften.
Die beachtlichen Änderungen betreffend Google-Shopping sollten zusammenfassend für ein Umdenken der Online-Händler sorgen. Google zeigt an diesem Beispiel was es bedeuten kann, wenn man sich zu sehr auf die Dienste Dritter verlässt, seien sie auch noch so schmackhaft. So sind die Vorteile, welche Google in Sachen E-Commerce bietet unumstritten und eine Investition wird für eine breite Anzahl der Internet-Shops wird wohl auch weiterhin unabdingbar sein. Jedoch sollte jeder abwägen inwiefern sich das Risiko vergrößert, wenn man sich zu sehr in die Google-Abhängigkeit stürzt und den Erfolg seines Unternehmens von den Leistungen eines einzigen anderen Konzerns bindet. Auch andere Dienste könnten demnach zukünftig kostenpflichtig werden und es bleibt fraghaft wer dann noch mitziehen will.

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