In vino veritas

Wie nähert man sich dem Thema Wein? Welche Weine sollten im Weinkeller Vortritt haben? Gibt es Unterschiede zwischen Weiß zu Rot?
Wie nähert man sich dem Thema Wein?
Am besten unbefangen. Zunächst einmal gibt es eine einfache Unterscheidung „Schmeckt mir oder schmeckt mir nicht!“ Da kann auch kein Parker, der allzeit zitierte Weinpapst, helfen. Man lernt aus der Erfahrung und wenn man am Beginn seiner Weinkarriere steht, hat man wahrscheinlich noch nicht allzu viele Weine probiert, wie soll man da Unterschiede benennen können und Vergleiche ziehen. Also keine Angst – einfach probieren.
Welche Weine sollten im Weinkeller Vortritt haben?
Natürlich das, was einem schmeckt. Allerdings sollte der Weinkeller ein Grundkontingent an Weinen enthalten, die man auch einem Besucher anbieten kann.
Eine Empfehlung könnte wie folgt aussehen: 30% Weißweine, 50% Rotweine, 15% Schaumweine und 5% Likörweine. Die Einlagerung von Schaumweinen und Likören ist natürlich Geschmacksache. Ich mag sie nicht so gerne!
Die Zusammensetzung des Weinkellers hängt auch von der Lagerfähigkeit der Weine ab. Manche Weine brauchen länger um Ihren Genusshöhepunkt zu erreichen.
Gibt es Unterschiede zwischen Weiß zu Rot?
Generell kommt es weniger auf Weiß und Rot als auf die verarbeiteten Rebsorten an. Durch Ihre Inhaltsstoffe Aroma- und Fruchtzuckeranteile haben sie ein unterschiedliches Entwicklungspotential.
Grundsätzlich sind Weißweine jedoch nicht für eine lange Lagerung vorgesehen. Natürlich gibt es hier auch wieder viele berühmte Ausnahmen, z.B. „Große Gewächse“ aus dem Burgund. Die Struktur des Weißweines ist aber eigentlich nicht für eine Reifung im eigentlichen Sinne geeignet, er verliert leicht jede Fruchtigkeit und Frische, die ihn auszeichnet.
Rotweine dagegen bieten sich in der Regel dazu an, einige Jahre lang gelagert zu werden. Durch die Lagerung des jungen Weines entfalten sich erst viele Aromen zu jenem blumigen, grasigen, würzigen oder fruchtigen Bouquet, das reife Weine auszeichnet. Manche roten Weine aus dem Bordeaux (vor allem im Medoc) zeigen sich in der Jugend verschlossen und hart, und werden erst nach 10 und mehr Jahren weicher und runder.
Welche Weine können ein Grundsortiment bilden?
Wie gesagt, jeder hat einen anderen Geschmack. Am Anfang am besten einen Wein probieren, wenn er schmeckt, eine Kiste kaufen, die man dann über die Zeit verkostet. So bekommt man einen guten Eindruck, wie sich der Wein entwickelt.
Als Anhaltspunkt (und nur als Anhaltspunkt) eine kleine Liste
Für weiße Weine
- 6 Flaschen Grauburgunder (z.B. aus Baden, oder Rheinhessen)
- 6 Flaschen Chardonnay (z.B. Burgund)
- 6 Flaschen Riesling (z.B. von der Mosel, aus dem Elsass)
Für rote Weine
- 12 Flaschen Spätburgunder (z.B. von der Ahr, oder aus dem Burgund –
hier dann Pinot noir genannt)
- 12 Flaschen Bordeaux (6 Flaschen aus dem Medoc, bei hohen Anteil
Cabernet Sauvignon ist eine längere Lagerung > 7 Jahre unerlässlich und
6 Flaschen vom rechten Ufer, z.B. Pomerol oder Saint-Émilion)
- 12 Flaschen Chianti, Barbaresco oder Barolo (für diese Weine ist eine längere
Lagerung ebenfalls vorteilhaft)
Es gibt viele herrliche Weine, die in keinem Weinkeller fehlen dürfen, aber irgendwo muss man ja anfangen…
Wie sieht der „ideale“ Weinkeller aus?
Da leider die wenigsten über eine in Sandstein gehauene Höhle unter Ihrem Haus oder ihrer Wohnung verfügen, hier ein paar unverbindliche Tipps:
- Kühl (10-15°C)
- Mit möglichst stabile Temperaturen
- Mit angemessener Feuchte (60-70%)
- Lichtgeschützt
- Fern von unangenehmen Gerüchen
- Mit Diebstahlschutz versehen
Wein setzt sich in seiner Gesamtheit aus licht- und wärmeempfindlichen Substanzen zusammen. Befindet sich der Weinkeller unter der Erde, so sind im Allgemeinen keine Probleme zu erwarten. Der Unterschied zwischen Winter- und Sommertemperaturen wird von manchen Kennern als positiv und für die Reifung des Weines vorteilhaft betrachtet.
Hat der Keller einen gewissen Umfang an Flaschen, empfiehlt sich ein Kellerbuch, das den Eingang einer bestimmten Charge Wein dokumentiert. So hat man eine klare Vorstellung darüber, welche Flaschen vor anderen geöffnet werden sollten.
Wein braucht Luft und Feuchtigkeit, andernfalls trocknen die Korken aus und sind nicht mehr in der Lage, den Wein einwandfrei vor Luft und anderen Umwelteinflüssen zu schützen.

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