Hallo123! Wir müssen reden!

Digital-Deutschland, wir müssen reden. Und zwar dringend!

Ja, ich weiß, es nervt: „Ihr Passwort muss mindestens aus 5 Fantastilliarden Zeichen bestehen, sollte 16 Großbuchstaben und 5 Buchstaben aus dem kyrillischen Alphabet enthalten – und auf gar keinen Fall das Geburtsdatum von Tante Gerda.“

Immer neue Konten brauchen immer neue Passwörter, die wir uns immer weniger merken können.

Aber sind wir ernsthaft damit zufrieden, dass selbst  in 2018 „123456“ und „hallo“ die beiden beliebtesten Passwörter in bundesdeutschen Online-Konten waren?

Ich meine, ich verstehe es schon: Wer von uns hat schon Zeit, komplizierte Buchstaben- und Zahlenkombinationen zu ersinnen und sich auch noch zu merken. Immerhin ist die Platte dank World-Record-Egg, Trumps Twitter-Account und Farmville ohnehin schon voll genug.

Da helfen „123456“ und Co.: kurz, einfach und schnell gemerkt blockieren sie höchst effizient kaum Ressourcen auf der internen Festplatte – die passwortgewordene Selbstoptimierung.

Aber mal im Ernst: Im Land, in dem Goethe seinen Faust schrieb und Julia Engelmann „One Day“ umdichtete fällt uns nicht mehr ein als das?

Kann es wirklich sein, dass wir im selbsternannten Königreich des Datenschutzes einfach „123456789“ in die Tastatur hacken, wenn es mal etwas sicherer als das Standardpasswort sein soll und uns dann über IT-Sicherheitslücken beschweren?

Ich fordere dich heraus, liebe Digitalrepublik: Lasst uns das ändern!
Und zwar am besten unsere Passwörter. Damit wir uns im nächsten Jahr beim nächsten Datenskandal auch wirklich sauberen Gewissens empören können – und niemand mehr Tante Gerdas Namen missbraucht!

Zum „Ändere dein Passwort“-Tag am heutigen 1. Februar hier ein paar Infos und Tipps rund um sichere Passwörter:

So erstellt man ein sicheres Passwort

Schlechte und unsichere Passwörter das größte IT-Sicherheitsrisiko – und das beste Einfalltor für Datenklau.

Dabei gibt es gute Regeln, um ein neues und einigermaßen sicheres Passwort zu finden. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik empfiehlt:

  • Eine Mindestlänge von 8 Zeichen
  • Die Nutzung aller verfügbaren Zeichen, das heißt große und kleine Buchstaben, Zahlen und auch Sonderzeichen
  • Unterschiedliche Passwörter für jedes Konto
  • Ein Passwort, dass in keinem Wörterbuch vorkommt

Ein sicheres Passwort ist nicht immer schwer zu merken

Vielen von uns fällt es leichter, sich einen vollständigen Satz zu merken, der vielleicht sogar eine kleine Geschichte erzählt. Ein Beispiel: „Jeden Samstag gehen meine Ur-Oma & ich in den Zoo, um ägyptische Elefanten zu streicheln.“

Nehmen wir nun einfach alle Anfangsbuchstaben, haben wir schon ein sicheres Passwort: „JSgmU-O&iidZ,uäEzs.“

Kleiner Tipp: Kommen Sie bloß nicht auf die Idee, jetzt genau diesen Satz zu verwenden.

Vorsicht bei Umlauten

Äs, Ös und Üs sind – falls erlaubt – eine wunderbare Möglichkeit, um das Passwort noch individueller und sicherer zu machen. Vorsicht allerdings, falls Sie Ihr Passwort häufiger im Ausland benutzen. Dann sollten Sie sicher sein, dass Sie auch auf ausländischen Tastaturen die Umlaute finden.

Das Handy als Retter in der Not?

In jedem Falle sollten Sie Ihr Passwort nirgendwo notieren. Weder auf den berühmten Klebezetteln im Portemonnaie und schon gar nicht in irgendeiner Notiz auf Ihrem Smartphone.

Das ist nicht nur fahrlässig, sondern auch nutzlos, falls Sie neben Ihrem Passwort auch Ihr Smartphone mal wieder vergessen haben.

Allerdings: Bietet ihr Konto 2-Faktor-Identifizierung, kann Ihr Smartphone helfen, Ihre Daten noch besser zu schützen. Der Zugriff erfolgt dann erst nachdem Sie beispielsweise einen zugesandten PIN-Code eingegeben haben – und den müssen Sie sich nicht einmal merken!

Gedächtnisstütze: Passwortdatenbank

Falls Ihr Gedächtnis Sie bei all dem immer wieder im Stich lässt, bleibt Ihnen noch eine letzte Alternative: Nutzen Sie einfach eine Passwortdatenbank wie 1Password.

Dort speichern Sie einfach all die verschiedenen Passwörter für Ihre Konten – und müssen sich in Zukunft nur noch ein Passwort merken und regelmäßig ändern.