noun_Arrow_2840920
Seb mooze KS4 TVO9 U Qi M unsplash 1
#SustainableMonday :: Teil 5

Kaffee ≠ Kaffee – der Unterschied liegt im Detail

#SustainableMonday

Auf unserem Blog wollen wir unseren Leser*innen jeden zweiten Montag Anregungen und Inspiration geben, um bewusster zu leben und zu arbeiten – ohne dabei den Spaß zu verlieren. Wir wollen nachhaltiges Handeln selbstverständlich machen – gleich, ob im Büro, Home-Office oder im privaten Bereich. Nur so können wir gemeinsam den Herausforderungen der kommenden Jahre begegnen, um eine lebenswerte Umgebung für kommende Generationen zu erhalten.

Noah buscher x8 Z Stuk S2 PM unsplash

Kaffee ≠ Kaffee – der Unterschied liegt im Detail

Im fünften Teil unserer #SustainableMonday-Reihe wollen wir uns dem Stoff widmen, der uns täglich am Laufen hält – quasi unserem Lebenselixier. Dem schwarzen Gold, der magischen Bohne, dem Weckruf am Morgen: unserem geliebten Kaffee.

Mehr Nachhaltigkeit im Büro lässt sich vor allem beim Einkauf leben und erleben. Besonders schön – aber auch kompliziert – lässt sich das am Beispiel Kaffee zeigen: Hier findet man im Dschungel der Qualitäts- und Nachhaltigkeitssiegel kaum noch den Weg ans Ziel. Insbesondere: Ist Fairtrade wirklich genauso gut wie Direct Trade? Was einen zur Verzweiflung treiben kann, wenn man nicht weiß, was genau hinter welchem der bunten Logos auf den Packungen steckt. Denn: Der Teufel steckt wie immer im Detail.

Rodrigo flores sn87 TQ o7zs unsplash

Fairtrade

Die Grundidee hinter der Fairtrade-Initiative ist es, insbesondere Kleinbauern zu fördern, damit sie gegenüber den großen Plantagen mehr Freiräume und Entscheidungsmöglichkeiten bekommen. Der Schwerpunkt der Förderung unter diesem Siegel liegt daher auf den Aspekten Selbstverwaltung sowie der Unabhängigkeit. Teilnehmende Produzent*innen profitieren zudem von Möglichkeiten der Erntevorfinanzierung und Mindestpreisgarantien. Weiterhin gibt es auch zusätzliche Sozialprämien, mit denen Hilf humanitäre Projekte im Umfeld der Farmer finanziert werden. Das klare Ziel: Armutsbekämpfung.

Die Schwächen dieses Siegels liegen allerdings darin, dass die Zertifizierungskosten oftmals zu hoch liegen – insbesondere für Bauern, die biologisch und nachhaltig produzieren. Weiterhin sind unter Fairtrade meist nicht die Bauern selbst, sondern die Händler die Gewinner, da er seine Preise nach prozentualen Margen ausrichtet und daher nicht so hart von Schwankungen am Markt getroffen wird. Diese Möglichkeit haben die Produzent*innen nicht. Es profitieren also nicht alle an der Zertifizierung.

Direct Trade

Direct Trade geht daher einen Schritt weiter und eliminiert den Faktor Zwischenhändler aus der Gleichung – Preise werden unmittelbar mit den Farmern verhandelt. Im Schwerpunkt dieser Initiativen liegen direkte Entwicklung und Zusammenarbeit mit Kleinbauern und Kooperativen, um einen signifikant höheren Preis als am Markt üblich zu erzielen – diese sind oft auch höher als bei vergleichbaren Produkten unter dem ‚Fairtrade-Siegel‘. Allerdings nur für spezielle Kaffeesorten und höchste Qualität.

Letztlich läuft das System wie folgt ab: Die Kaffeeröster nehmen direkt mit den Farmern vor Ort kontakt auf, besuchen diese regelmäßig und überprüfen kontinuierlich nicht nur die Produktqualität, sondern auch die Arbeitsbedingungen im Betrieb. Passt alles gehen die Auftraggeber eine direkte Partnerschaft mit der Produzent*in ein. Das Ergebnis: Höhere Erlöse, verlässliche, langfristige Einkommen, mehr Mittel für bessere Arbeitsbedingungen.

Allerdings: Direct Trade ist kein eingetragenes Gütesiegel, sondern eine strenge Selbstverpflichtung der Beteiligten, ohne zusätzliche Zertifizierungskosten – im Gegensatz zum System von Fairtrade. Durch die niedrigen Fixkosten und die höheren Erlöse profitieren hier aber alle Partner von der Zusammenarbeit: Die Röster können auf Spitzenware zurückgreifen und die Farmer haben ein sicheres Langzeiteinkommen – eine klassische Win-Win-Situation.

Ideadad So M Hwov U Dq A unsplash
Unser Fazit

Lieber direct als nur fair

Unternehmensentscheidende, die ihren Mitarbeitenden nicht nur einen guten ‚Zaubertrank‘ im Büro brauen, sondern auch noch etwas für die gesellschaftliche Teilhabe in den Anbaugebieten und den Umwelt- und Klimaschutz tun wollen, sollten immer genau hinschauen. Der Kaffee sollte nicht nur fair, sondern vor allem direkt gehandelt sein. Dies wird aber meist erst im Kleingedruckten auf der Packung deutlich – genaues Lesen, was auf der Rückseite steht lohnt sich also. So bewegt man am meisten.

Weiterlesen

Noch nicht genug?

Von uns gibt's noch mehr. Zu Technologie, Design, Marke, Kultur und einigem mehr. Übrigens auch ab und zu per Newsletter. Oder einfach hier auf unserer Seite:

Zurück zur Themenübersicht